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Planspiel Verfügungsfonds / Erfahrungsaustausch

Wann? 09. November 2017
Wo? Pampusschule in Kaarst (Büttgen)

Seit 2009 begleitet das Netzwerk den interkommunalen Austausch zum Verfügungsfonds in NRW und hat mit unterschiedlichsten Formaten  das Thema aufgegriffen. Neben Erfahrungsaustauschen und Arbeitsgruppen wurde nun, am 09. November in der Pampusschule in Kaarst, eine neue Form des Austauschs erprobt. Mit den etwa 65 Teilnehmern startete das Netzwerk Innenstadt NRW ein Planspiel mit einer „erdachten“ Stadt und konträr angelegten Rollen zur Diskussion der Umsetzung eines praxisorientierten Verfügungsfonds.

Zunächst jedoch fanden sich die Teilnehmer zusammen und erhielten einen Input aus Theorie und Praxis des Verfügungsfonds. Den Anfang machten dabei Karl Jasper und Evelyn Sucato vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW.

Karl Jasper blickte kurz auf die Entstehungsgeschichte des Verfügungsfonds zurück und verdeutlichte die Nähe zu Immobilien und Standortgemeinschaften. Heute seien in NRW viele Verfügungsfonds eingerichtet, sodass dieses Förderinstrument mittlerweile flächendeckende Effekte aufweist. Er forderte dazu auf, das Planspiel zu nutzen, um eine konstruktive Weiterentwicklung des Instruments zu unterstützen. Evelyn Sucato nahm den Faden von Herrn Jasper auf und machte ihr Anliegen deutlich, dass es für eine weitere Entwicklung auch eine empirische Grundlage zum Verfügungsfonds benötigt werde, die zurzeit vom Ministerium erarbeitet werde. Vor einigen Wochen wurde aus diesem Grunde über die Bezirksregierungen eine Umfrage an die Kommunen weitergeleitet. Frau Sucato stellte erste Ergebnisse aus dieser Umfrage dar.

Nach ihrem Vortrag bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen an Herrn Jasper und Frau Sucato zu stellen. Hier kamen unterschiedlichste Fragen auf, beispielsweise zu Maßnahmen der Illumination, zu Maßnahmen zur Digitalisierung der Innenstädte, zur Öffentlichkeitsarbeit und zu Zweckbindungsfristen von Maßnahmen. Die Fragen machten deutlich, dass das Instrument einen intensiven Austausch, bzw. Ansprechpartner benötigt, an die man sich bei Fragen wenden kann. Auch die Ansprache und der Austausch mit der zuständigen Bezirksregierung sollte gesucht werden.

Nach der Fragerunde stellte Marco Eissing vom plan-lokal GbR, Dortmund, den Kontext zur Einrichtung eines Verfügungsfonds in Kaarst dar. Ausgehend von dem neu entstandenen Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept, in dem die Einrichtung eines Verfügungsfonds eine wichtige Maßnahme darstellt, wurde insbesondere die Verknüpfung der freiwilligen ISG Kaarst-Mitte mit dem geplanten Verfügungsfonds besprochen. Deutlich wurde auch, dass es einer Synchronisierung der geplanten Einrichtung eines Citymanagements, dem IEHK Kaarst und dem Verfügungsfonds  geben muss, um die Maßnahmen erfolgreich durchführen zu können.

Im letzten Vortrag stellte Thomas Helbig, Geschäftsführer des ISG Barmen-Werth e.V., den Verfügungsfonds ISG Barmen vor und berichtete über die Arbeit, die Vorteile, aber auch die Hürden einer gesetzlichen ISG. Aus aktuellem Anlass schilderte Herr Helbig u.a. die Maßnahme „BLitZ“ (Barmer Lichterzauber), die mit Mitteln der ISG und dem Verfügungsfonds ins Leben gerufen werden konnte. Hierbei handelt es sich um eine Illumination der Barmer Fußgängerzone mit geflechteten LED-Körben, die zu leuchtenden Bällen verbunden und zwischen den Häuserfassaden aufgehängt werden.

Barbara Thüer vom Netzwerk Innenstadt NRW entließ die Teilnehmer sodann in die Pause, nach der sich die Teilnehmer an einem der drei Planspieltische wieder einfinden sollten.

An den drei Tischen wurde jeweils ein Aspekt vom Verfügungsfonds fokussiert. An Tisch 1 ging es um „Gremienarbeit und Akteurszusammenstellungen“, an Tisch 2 wurden „rechtliche Absicherungen, Finanzierung und Schritte der Umsetzung“ thematisiert und an Tisch 3 beschäftigten sich die Teilnehmer mit der „Organisation des Verfügungsfonds und der Verankerung in der Stadt“.

Grundlage an allen Tischen war die fiktive Stadt „Planheim“ sowie diverse Unterlagen zum Verfügungsfonds und Hintergrundinformationen zur Stadt Planheim. Den Teilnehmern wurden zunächst Rollen zugewiesen (Bezirksregierung, Lokalpolitik, Stadtverwaltung, Handel und Bürger), mit denen sich die Teilnehmer in einem ersten Schritt auseinandersetzen und bereits erste Positionen, auch gemeinsam mit den Mitstreitern, ausarbeiten konnten. In einem zweiten Schritt wurde im Austausch miteinander die themen- und tischspezifische Aufgabenstellung bearbeitet. In einem letzten Schritt wurde die Diskussion zusammen mit einem Moderator des Netzwerk Innenstadt NRW reflektiert.

In dem Spiel wurde deutlich, dass die Annahme der Rollen  gut funktioniert hat und die Teilnehmer sich dementsprechend nicht nur gut in andere Rollen einfinden konnten, sondern auch deren Argumente nutzten. Es entstanden teils hitzige Diskussionen um Einzelaspekte im Kontext der Aufgabenstellungen, sodass die Vielseitigkeit an Meinungen, Positionen und Interessen der verschiedenen, am Verfügungsfonds beteiligten, Akteuren sehr deutlich wurde. Durch die Übernahme anderer Rollen konnten die Teilnehmer einen Einblick in fremde Perspektiven gewinnen und damit ihren Blick auf die Herausforderungen eines Verfügungsfonds ausweiten.

Zum Ende der Veranstaltung wurden die Ergebnisse und/oder Diskussionen der Tische von den drei Moderatoren des Netzwerk Innenstadt NRW im Plenum kurz beschrieben und zusammengefasst.