Lünen

An der neuen Flusspromenade die Lippe und die Innenstadt erleben

Lünen ist eine große kreisangehörige Mittelstadt mit ca. 88.000 Einwohnern. In Lünen verbindet sich die pulsierende Energie der Metropole Ruhr mit der ländlichen Beschaulichkeit des Münsterlands. Flanieren am Preußenhafen, Erholen im Seepark oder Kanufahren auf der Lippe. Aufenthalte am, im oder auf dem Wasser sind vielerorts möglich.

Die Lippe und die bedeutende Lage am Hellweg waren wesentliche Gründe für die Stadtgründung. So fließt der Fluss mitten durch die Innenstadt. Aufgrund der tiefen Einschnittslage und des erforderlichen Hochwasserschutzes war die Lippe in diesem urbanen Bereich wenig sichtbar und nicht erreichbar. Heute lässt sich auf der neu gestalteten Flusspromenade die Lippe erleben und die Innenstadt bekommt ihre eigene Identität. Ein Schwerpunkt der Innenstadtentwicklung, der hier vorgestellt wird, ist die „Mitte an der Lippe“. Die Lüner Innenstadt ist mit 120 ha Fläche seit dem Jahr 2007 Stadtumbaugebiet. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms halfen die rund 8 Mio. Euro Fördermittel der Stadt, Herausforderungen im demographischen und wirtschaftlichen Strukturwandel zu gestalten.

Nach 10 Jahren Stadtumbauprozesses hat sich die Lüner Innenstadt durchweg positiv entwickelt. Insbesondere das vorrausschauende Agieren zur nachhaltigen Stabilisierung des Zentrums hat sich bewährt. Der Einzelhandel in der Lüner Innenstadt ist für ein Mittelzentrum, das aufgrund der Nachbarstadt Dortmund unmittelbar an ein Oberzentrum mit starker Einzelhandelszentralität grenzt, derzeit bestens aufgestellt. Eine gesunde Mischung aus inhabergeführten Einzelhandelsbetrieben sowie Handelsketten, mit vielen nennenswerten Ankermietern prägen den Handelsstandort.

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Integriertes Handlungskonzept

Das im Jahr 2007 aufgestellte integrierte Handlungskonzept „Perspektive Innenstadt Lünen 2012 – Impulse für einen starken Kern“ wurde im Rahmen des Stadtumbauprozesses konsequent abgearbeitet und diente den gesamten Zeitraum über als wichtiger strategischer Handlungsleitfaden. Die Handlungsfelder und Ziele der Revitalisierung der Innenstadt lagen demnach vor allem in den Bereichen:

  • Einzelhandel stärken!
  • Freizeit und Kultur in die Innenstadt holen!
  • Stadtbild pflegen, Innenstadteingänge als Empfangsorte gestalten und Orientierung schaffen!
  • Freiräume vernetzen!
  • Städtisches Wohnen stärken!

Der öffentliche Raum ist entlang der Lippe, in der Fußgängerzone, rund um das Rathaus sowie in den Empfangsräumen der Innenstadt deutlich aufgewertet worden. 71.867 m² öffentlicher Raum sind während des Stadtumbauprozesses neu gestaltet und modernisiert worden und lassen die Innenstadt mit einem einheitlichen Gestaltungsduktus nun als „Stadt aus einem Guss“ erscheinen.

Ausstehende Realisierungen sind die geplante Umnutzung einer ehemaligen Handelspassage zu einer kulturellen Bildungseinrichtung und die Entwicklung einer 1 ha großen Brachfläche zu einem innerstädtischen Quartier, nachdem die Umsiedlung eines Autohauses dieses Jahr gelungen ist. Eine Herausforderung ist noch nicht gelöst: An der Digitalisierung der Vertriebswege wird der Handel in Lünen mittelfristig nicht mehr vorbeikommen und es gilt auch in der Lüner Innenstadt Wege zu finden, wie stationärer Handel und Onlineshopping kombiniert werden können.

© Stadt Lünen / Foto: Günther Goldstein
Wohnen, Einkaufen und Gastronmie in der Innenstadt - Ergebnis des Umbaus des ehemaligen Hertiegebäudes © Stadt Lünen
Treppenkaskade angrenzend an die Fußgängerzone © Stadt Lünen
Foto: Günter Blaszczyk

Projekte an der Lippe

Flusspark

Ein wichtiges Ziel war und ist dabei die Erlebbarkeit des Flusses zu fördern und somit für die  Bevölkerung und die Besucher die Aufenthalts- und Erlebnisqualität zu erhöhen. Dabei spielt auch die bessere Verzahnung des Naturraums der angrenzenden geschützten Lippeauen, mit der Innenstadt eine Rolle. Ein Schlüsselprojekt ist die Entwicklung eines Flussparks, direkt an einer Infrastrukturbrache gelegen. So ist eine offen gestaltete Grün- und Erholungsfläche entstanden. Das Bochumer Büro wbp Landschaftsarchitekten hat in einem von der Stadt ausgelobten Wettbewerb den 1. Preis geholt und die Planung weiterentwickelt. Auf 21.000 qm entfaltet sich im Übergang zwischen Innenstadt und Landschaft ein bandartiger Park auf unterschiedlichen Höhenniveaus. Dieser umfasst eine Parkebene und eine 5 Meter tiefer gelegene Flussebene. Die Ebenen sind über zwei befestigte Wege miteinander verbunden, sodass sich für den Besucher immer neue Blickbeziehungen zum Wasser und gegenüberliegenden Ufer ergeben. Der Belag der Wege besteht aus einem hellen, farbigen Asphalt, der besonders gut begeh- und befahrbar ist. Durch das ebene Material gestaltet sich der Park auch barrierefrei. So wird das Flusspark-Erleben für alle Nutzer möglich. Der Fluss ist durch die unterschiedlichen Perspektiven an verschiedenen Stellen neu erlebbar und garantiert auch ein direktes Wassererlebnis. Über zwei angelegte Treppen- und Sitzstufen gelangt man bis zur Wasserkante. Ansonsten lässt sich an natürlich belassenen Ufersäumen, bis an das Wasser herankommen. In der Mitte des Parks befindet sich ein Wiesenbereich, der als Liegewiese genutzt werden kann. Durch Hecken und einem Band aus Bänken grenzt sich der Flusspark zum angrenzenden Lippe-Bad und zu dem neuen Wohnquartier ab. Das Hallenbad ist eine nachhaltige Umnutzung eines ehemaligen Heizkraftwerkes mit neuem Anbau in innovativer Passivbauweise.

Wohnen

Die Entwicklung der Lüner Innenstadt geht einher mit einem starken Trend zum urbanen Wohnen und kurzen Wegen. Dieses ist unmittelbar verknüpft mit einem hochwertig gestalteten Stadtraum und einem attraktiven Stadtbild. Bei beiden Aspekten konnten durch den Stadtumbau neue Qualitäten geschaffen werden. Unter dem Thema „Wohnen am Wasser“ steht aktuell der Lippewohnpark kurz vor dem Abschluss. Direkt am Flusspark und dem Lippe-Bad gelegen ist mit der Realisierung von 82 modernen Komfortwohnungen in acht Häusern ein neues innenstadtnahes Wohnquartier entstanden. Die Vorzüge der Lage, angrenzend an die Innenstadt und dem direkten Blick auf Flusspark und Lippe, geben dem Wohnen seinen besonderen Charme. Das Projekt Lippewohnpark ist in Gemeinschaft der beiden Lüner Genossenschaften WBG und Bauverein entstanden. Eine lange Planungsphase war nötig, um mit allen Akteuren und der Stadt eine Vision für die Zukunft dieser Fläche herauszuarbeiten. So entstand ein Wohnkonzept, das freifinanzierten Wohnungsbau und Eigentumswohnungen mit gehobenen Ausstattungen und Barrierefreiheit vorsieht. Alle Wohnungen haben Balkone zur Lippe hin ausgerichtet oder kleinere Dachterrassen. Hier wird der Bezug zum Freiraum deutlich.

Identität geschaffen

Die Einbindung des Flusses in die Innenstadtentwicklung und Akzeptanz der Bürger konnte erreicht werden. Innenstadtbesucher und Bewohner nehmen die neuen Angebote sehr gut an. Das Identifikationsgefühl wurde nachhaltig gesteigert. Die Grün-, Fluss- und Wegevernetzung verbindet und wirkt sich äußert positiv auf das Erscheinungsbild aus.

Mauergestaltung „Lippe erleben“ © Stadt Lünen

In den Jahren 1999 bis 2004 wurden unter dem Projekttitel „Geländer statt Mauern“ bereits Mauereinschnitte auf der Promenade vorgenommen und um kleine Lippebalkone für einen besseren Ausblick ergänzt. Von 2008 bis heute wurden folgende Projekte zur Verbesserung der Zugänglichkeit und Erlebbarkeit der Lippe umgesetzt:

  • Treppenkaskade angrenzend an die Fußgängerzone
  • Gestaltung des Flussparks mit barrierefreien Lippezugängen und Sitzstufen
  • Lippebad und Lippewohnpark
  • Neubau Salfordbrücke mit Aufenthaltsbereichen durch Aufweitung der Brücke
  • LED Pegelanzeige am historischen Pegelgebäude
  • Mauergestaltung „Lippe erleben“
  • Kunstwerk „Worte im Fluss“
  • Gastronomieterrasse am „Lippeknie“

Wichtige Kooperationpartner sind dabei der Lippeverband, die Stadtwerke Lünen (Zentralhallenbad) und die Wohnungsbaugenossenschaften WBG und Bauverein zu Lünen. Alle Projekte stehen räumlich in engem Zusammenhang, sodass ein attraktiver Rundweg entlang der innerstädtischen Lippepromenade entstanden ist.

Gestaltung des Flussparks mit barrierefreien Lippezugängen und Sitzstufen © Stadt Lünen / Foto: Günter Blaszczyk
Lippe-Bad © Stadt Lünen / Foto: Günther Goldstein
Lippe-Wohnpark (hinten) und Salfordbrücke (vorn) © Stadt Lünen / Foto: Günter Blaszczyk
LED Pegelanzeige am historischen Pegelgebäude © Stadt Lünen

Ansprechpartnerin:

Städtische Oberbaurätin Astrid Linn
Referat für Stadtentwicklung

Tel.: 02306-1041282
Mail: astrid.linn.02@luenen.de