Dülmen

Die Stadt Dülmen liegt inmitten der münsterländischen Parklandschaft und ist die größte Stadt im Kreis Coesfeld. Sie übernimmt als Mittelzentrum eine wichtige Funktion im Kreisgebiet und im Regierungsbezirk Münster. Fast 47.000 Menschen leben in Dülmen-Mitte und den sechs Ortsteilen. Die Stadt Dülmen verbindet die naturräumlichen Vorzüge des Münsterlandes mit einer modernen Infrastruktur, einer breit gefächerten Schul- und Bildungslandschaft, einem abwechslungsreichen Kulturprogramm, attraktiven Sport- und Freizeiteinrichtungen und guten Einkaufsmöglichkeiten. Darüber hinaus hat sich die Stadt Dülmen auch als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort etabliert. Neben der umfangreichen Infrastrukturausstattung ist dies vor allem auf die optimale Anbindung an das überregionale Straßen- und Schienennetz zurückzuführen.

Die Innenstadt von Dülmen wird durch eine kleinteilige, zumeist aus den 1950er und 1960er Jahren stammende Bebauungsstruktur mit Gassen und kleinen Plätzen geprägt. Die Nutzungsstruktur besteht aus einem breiten Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Gastronomieangebot sowie Wohnnutzung in den Obergeschossen.

Aufgrund der sich abzeichnenden verkehrlichen, funktionalen und gestalterischen Mängeln wurde 2009 ein Stadtumbaugebiet ausgewiesen. Auf Grundlage des Innenstadtentwicklungskonzeptes und des aktualisierten Maßnahmenkatalogs sind erste Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung und zur Stärkung der Innenstadt auf den Weg gebracht worden: Fußgängerzonen wurden umgestaltet,  ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich eingerichtet, das StadtQuartier Overbergplatz mit ergänzenden, zum Teil großflächigen Einzelhandelsangeboten entwickelt sowie durch gezielte Begrünungsmaßnahmen das Erscheinungsbild und die Funktionalität der Innenstadt verbessert.

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REGIONALE 2016 Projekt „einsA – Ein Haus für Alle“

Das Projekt „einsA – Ein Haus für Alle“ stellt innerhalb des Stadtumbaugebietes ein unter städtebaulichen wie gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten herausragendes Projekt für die Entwicklung der Dülmener Innenstadt dar. Die ersten Überlegungen zu dem Projekt gehen auf seit 2011 geführte Gespräche zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Viktor und der Stadt Dülmen zur Verwertung bzw. Entwicklung kirchlicher Liegenschaften im zentralen Bereich der Innenstadt zurück. Hieraus entstand die Projektidee, in zentraler Innenstadtlage eine kooperative Gemeinschaftseinrichtung zu bauen. Im Rahmen des NRW-Strukturförderprogramms Regionale 2016, das Antworten auf Zukunftsfragen ländlich geprägter Räume, wie z. B. den demografischen Wandel und das zukünftige gesellschaftliche Zusammenleben suchte, wurde das Projekt erfolgreich weiter qualifiziert und zur Förderung angemeldet.

Mit der Projektidee wird das nachhaltige Ziel verfolgt, die sozialen Fähigkeiten aller Generationen zu aktivieren, Teilhabe aller am Leben zu erzielen, Perspektiven aufzuzeigen und Vereinsamung entgegenzuwirken. Da auch im ländlichen Raum immer weniger Begegnungen in Familien und über alle Altersgruppen hinweg stattfinden, wird hier ein neuer Ort der Begegnung geschaffen, der allen Bürgerinnen und Bürgern offen steht, an dem alle Generationen ihren Platz haben und sich wie selbstverständlich im Alltag begegnen. Mit seiner zentralen Lage trägt das Haus zur Aufwertung und zur Belebung der Innenstadt auch außerhalb der üblichen Ladenöffnungszeiten bei. Das Haus bietet ein Dach für kirchliche, kommunale und zivilgesellschaftliche Einrichtungen. Im einsA sind folgende Einrichtungen untergebracht: das Familienzentrum St. Anna-Kindergarten, die Familienbildungsstätte als Teil des Mehrgenerationenhauses Dülmen, das Pfarr-/Jugendheim der Kirchengemeinde St. Viktor sowie städtische, bürgerorientierte Funktionen aus dem Rathaus. Auch örtliche Vereine, Verbände und Organisationen finden im einsA einen Ort für ihre Angebote. Bestehende und zukünftige Angebote im einsA erfahren eine intergenerative Ausrichtung.

Der demographische Wandel ist eine Herausforderung, vor der alle Kommunen stehen. Das einsA in Dülmen ist ein Ansatz, wie gesellschaftliche Entwicklungen aktiv gestaltet werden können. Insofern will das Projekt auch Beispiel sein für andere Städte und Gemeinden.

Nach Durchführung eines Architekturwettbewerbes im Jahr 2014 wurde das hochbauliche Konzept für das einsA weiter qualifiziert, die Geländeaufbereitung startete in 2015. Die in diesem Zusammenhang durchgeführten archäologischen Untersuchungen waren von der Befundlage – es wurde u.a. eine europaweit einmalige Glockengussgrube aus dem 8. Jahrhundert gefunden -  her so umfangreich, dass die Baugrube erst zwei Jahre später für die eigentliche Bebauung freigegeben und mit den Hochbaumaßnahmen begonnen werden konnte. Der markante Bau mit dem sandsteinfarbenen Klinkermauerwerk, den großen Glasflächen und dem von einem Glasdach überspanntem Innenhof, dem „Markt der Möglichkeiten“, wurde im Mai 2020 fertiggestellt. Das Gebäude fügt sich hinsichtlich Formensprache und Materialität gut in den städtebaulichen Kontext zwischen Rathaus, Kirchengebäude und umliegender Wohn- und Geschäftsbebauung ein. Auf einer Nutzfläche von ca. 3.300 qm sind eine 5-Gruppen-KiTa, Bildungs- und Verwaltungsräume, Kreativ- und Bewegungsräume sowie zwei Veranstaltungssäle untergebracht. Durch den hohen Anteil an offen gestalteten Begegnungsflächen wird der konzeptionelle Ansatz des Projektes auch räumlich optimal umgesetzt.

In den kommenden Monaten wird der Schwerpunkt der baulichen Aktivitäten auf der Umgestaltung der Straßen- und Platzflächen im Quartier liegen. Für deren Gestaltungskonzeption sind im Vorfeld mehrere Planungsworkshops mit Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt worden. Die Planung sieht eine umfassende Neugestaltung der öffentlichen Flächen im Quartier vor, die zu einer deutlichen funktionalen und gestalterischen Verbesserung führt und zudem eine barrierefreie Nutzung der Verkehrsflächen ermöglicht. Die Gesamtmaßnahme „einsA-Quartier“ soll Ende 2022 abgeschlossen werden.

Das Projekt wird im Rahmen der Städtebauförderung durch Landes- und Bundesmittel in Höhe von 8,5 Mio Euro unterstützt, ohne die die Realisierung des Projektes nicht möglich gewesen wären. Der verbleibende Eigenanteil an den ca. 26 Mio Euro, die insgesamt im Quartier investiert werden, wird durch die Kirchengemeinde, das Bistum Münster, die Stadt Dülmen und private Bauherren finanziert.

 

Pläne Quartier

© Lohaus · Carl · Köhlmos
PartGmbB Landschaftsarchitekten · Stadtplaner

 

 

„einsA – Ein Haus für Alle“


Bilder: © Stadt Dülmen

Ansprechpartnerin:

Astrid Wiechers
Stadt Dülmen
Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung
Heinrich-Leggewie-Straße 13
48249 Dülmen
Tel.:  02594 12 610
a.wiechers@duelmen.de
www.duelmen.de