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Arnsberg

Das landesplanerisch als Mittelzentrum eingestufte rund 194 Quadratkilometer große Arnsberg (davon 63% Wald) liegt zwischen dem Ballungsraum Ruhrgebiet und dem ländlich geprägten Sauer­land. Mit rund 76.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Arnsberg die größte Stadt im Hochsauerlandkreis (HSK) und dem gleichnamigen Regierungsbezirk des Landes NRW angeschlossen.

Nach der kommunalen Neugliederung von 1975 erstreckt sich das heutige polyzentrale Arnsberg mit drei städtisch geprägten Siedlungsschwerpunkten (Neheim mit 22.000 EW, Alt-Arnsberg mit 18.000 EW, Hüsten mit 11.000 EW) sowie zwölf dörflich geprägten Ortsteilen über rund 30 km im Ruhr­tal.

Als aktives Wirtschaftszentrum für Produktion, Innovation und Dienstleistung liegt der Schwerpunkt im verarbeitenden Gewerbe (Metall, Elektrotechnik, Holz-, Papier- und Druckgewerbe, Kunststoff­ver­ar­beitung). Darüber hinaus konnte Arnsberg seine besonderen Qualitäten und Talente mit dem Stadt­teil Neheim als regional bedeutsames Einkaufszentrum fortentwickeln, übernimmt oberzentrale Funk­tio­nen in den Bereichen Verwaltung und Justiz und verfügt über eine kulturhistorisch beein­dru­cken­de Vergan­gen­heit, die eine hervorragende Grundlage für touristische Angebote bietet.

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© Stadt Arnsberg / Foto: Klaus Fröhlich

Baukultur und Tourismus

Bereits seit rund 15 Jahren beschäftigt die Stadt Arnsberg das Thema „Baukultur“ in besonderer Weise. Ziel ist dabei eine verstärkte Auseinandersetzung mit und Sensibilisierung für eine bau­kul­turelle Verantwortung unterschiedlicher Akteure im privaten und öffentlichen Bereich. Ziel ist dabei vor allem, Arns­berg als attraktiven Wohn-, Arbeits- und Lebensstandort weiter zu profilieren. Hierzu werden die Bürger­inn­en und Bürger, Investoren und Architekten, Politik, Meinungsbildner, Multiplikatoren und Verwaltung mit jeweils geeigneten Formaten zum Thema Baukultur ange­sprochen.

Im Rahmen eines Bundes-Forschungsprojektes (ExWoSt „Baukultur in der Praxis, 2012-2015) konnten so u. a. die „Bau- und Gestal­tungs­beratung“ der Stadt unter dem Slogan „Gut beraten. Gut gebaut“ breit aufgestellt und ein „Beirat für Stadtgestaltung“ mit u. a. vier externen Beraterinnen und Bera­tern institutionalisiert werden. Darüber hinaus bündelt eine eigene Internetseite (www.baukultur-arnsberg.de) Informationen rund um das Thema Baukultur.

Seit 2017 hat Arnsberg auch die Koordination eines weiteren ExWoSt-Modellvorhabens übernommen (www.sauerland-baukultur.de). Gemeinsam mit einem breit angelegten Akteursnetzwerk werden hier Wege entwickelt, die Region als „touristische Destinationen“ mit dem Thema „Baukultur“ fortzuentwickeln und hierzu Einzelobjekte und öffentliche Räume strategisch einzubinden. Mit der Herausbildung einer „baukulturellen Marke“ sollen insbesondere neue touristische Zielgruppen angesprochen werden. 

© Stadt Arnsberg / Foto: Klaus Fröhlich

Die Baukultur-APP

Die (bau-)kulturellen Schätze von Stadt und Region und damit das Thema „Baukultur“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist Ziel der neu entwickelten Baukultur-APP. Dieses digitale Format soll die bereits vielfach existierenden touristischen Angebote ergänzen, den Blick auf die Ge­schichte von Stadt und Region mit ihren jeweiligen baukulturellen Besonderheiten schärfen, Wissen vermitteln und Entstehungs- und Entwicklungszusammenhänge erläutern und damit vor allem auch helfen, die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt bzw. Region zu stärken.

Hierzu werden zu einzelnen Stationen in der Stadt und der Region Informationen in Form von erläuternden (und auch gesprochenen) Texten, Fotos, Videos und 360-Grad-Ansichten bereitgestellt, die mittels APP sowohl über Android als auch iOS zugänglich sind. Dabei verfügt jede Station vor Ort über einen sogenannten iBeacon, der Smartphone-Nutzer, die diese APP nutzen und Bluetooth aktiviert haben, darüber informiert, dass hier Informationen zum jeweiligen Ort vorliegen.

Die Grafschaft Arnsberg

In einem ersten Schritt wurde am Beispiel der „Grafschaft Arnsberg“ eine Tour durch die Geschichte der Region erstellt, die Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit eröffnet, an 19 Stationen zu erleben, welchen Einfluss die Grafschaft Arnsberg auf Stadt und Region genommen hat und welche bau­kul­turellen Beson­der­heiten sich daraus ergaben.

Der Startpunkt der Reise durch die ehemalige Grafschaft Arnsberg, die seit dem Ende des 11. Jahr­hunderts durch die Grafen von Arnsberg geformt wurde und deren Selbstständigkeit mit ihrer Über­tragung an den Erzbischof von Köln im Jahr 1368 durch den kinderlosen Grafen Gottfried IV. endete,  beginnt in dem histori­schen Arnsberg, führt über die drei Prämon­stra­ten­serklöster Weding­hausen, Rumbeck und Oelinghausen nach Neheim und Hüsten, die „Frei­heiten“ Hachen und Sundern, die beiden Schlösser Melschede und Wocklum und endet an der Küntroper Motte in der heutigen Stadt Neuenrade. Da hierbei alle vier beteiligten Kommunen der „LEADERsein!-Bürgerr­e­gion am Sorpesee“ berücksichtigt werden, konnte das Projekt als LEADER-Projekt  mit finanzieller Unter­stützung der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert werden.

Die technische Grundlage der Baukultur-APP ermöglicht jedoch eine jederzeitige Erweiterung um  weitere interessante Objekte bzw. Themen. So werden derzeit die im Rahmen einer begleitenden Ausstellung zum Leben des letzten Grafen von Arnsberg erstellten Inhalte in die Baukultur-APP implementiert, um das Angebot der APP zu erweitern. Dabei ermöglicht die technische Grundlage der Baukultur-APP eine jederzeitige Erweiterung um weitere interessante Objekte bzw. Themen.

Fazit

Mit der Baukultur-APP soll ein neuer Weg beschritten werden, unter Zuhilfenahme von „Geschichten“ das Thema Baukultur auch insbesondere für touristische Zielgruppen interessant zu machen und dabei das Sauerland als touristische Region mit dem Thema Baukultur „aufzuladen“. Damit wird auch dem derzeit laufenden ExWoSt-Modellvorhaben „Sauerland-Baukultur | Strategien für den Touris­mus“ Rechnung getragen. Hier werden zurzeit Wege und Möglichkeiten erarbeitet, dem Sauerland als Tourismusdestination mit dem Thema Baukultur ein zusätzliches Profil zu geben bzw. Überlegungen angestellt, wie die unterschiedlichen Akteure in der Region (vom Gastgewerbe über Tourismus­management bis zu den Stadtplanungsämtern in den einzelnen Kommunen) gemeinsame Strategien und Absprachen treffen können.

Weitere Informationen: onelink.to/baukultur

© Stadt Arnsberg
© Stadt Arnsberg
© Stadt Arnsberg / Foto: Jörg Hempel

Ansprechpartner:

Klaus Fröhlich
Z 5 | Nachhaltige Stadtentwicklung | Klimaschutz
Tel.: 02932 201-1689
Mail: k.froehlich@arnsberg.de
www.arnsberg.de