Ochtrup

Das Mittelzentrum Ochtrup mit knapp 20.000 Einwohnern liegt in NRW im westlichen Münsterland im Kreis Steinfurt etwa 10 km von der niederländischen Grenze entfernt. Den Siedlungsschwerpunkt bildet die Kernstadt mit 88 % der Einwohner. Jeweils 6 % der Einwohner leben in den nahe gelegenen Ortsteilen Langenhorst und Welbergen sowie den umliegenden Bauernschaften. Neben der Altstadt, mit ihrem mittelalterlichen Stadtgrundriss und ihrer kleinteiligen Bebauung, befindet sich am östlichen Stadteingang das Designer Outlet Center auf dem Gelände und einer ehemaligen Textilfabrik.

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Aufwertung der Innenstadt

Seit 2010/11 beschäftigt sich die Stadt intensiv mit der Weiterentwicklung der Innenstadt und hier insbesondere mit der städtebaulichen und stadtgestalterischen Aufwertung im Bereich der historischen Innenstadt. Im Rahmen eines Stadtentwicklungskonzeptes, als Leitlinie für die weitere Entwicklung,  wurde der Innenstadtbereich analysiert und unter großer Beteiligung der Bürgerschaft sowie wesentlicher Innenstadtakteure vielfältige Handlungsmaßnahmen und Projekte in einem partizipativen Prozess entwickelt. Seit 2013 werden die Umsetzung der Maßnahmen und die Beteiligungsverfahren zur Aufwertung des Standortes durch das Bund-Länder Programm „Aktive Orts- und Stadtteilzentren“ finanziell unterstützt.

Neben einer Vielzahl von Handlungsfeldern kommt der Gestaltung des öffentlichen Raumes, der Verbesserung der Aufenthaltsqualität, der Herrichtung innerstädtischer Bereiche entsprechend ihrer Tradition als Raum der Begegnung, als Treffpunkt, Verbindungsraum und gesellschaftliches Forum für Nutzer jeden Alters eine besondere Bedeutung zu. Zusätzlich zu der aktuellen baulichen Umgestaltung von zentralen Plätzen in der Fußgängerzone rückte die Aufwertung der, die Altstadt umgebenden, ehemaligen Wallanlage, die sich heute als Grünanlage mit geringer Aufenthaltsqualität darstellt, in den Fokus. Von Anfang an war die Integration eines Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsangebotes für Kinder und Jugendliche in die Wallanlage und die Beteiligung der späteren Nutzergruppe in den Planungsprozess gewünscht. Bestätigt wurde dieser Wunsch in einem Workshop mit Ochtruper Bürgerinnen und Bürger zu der Gestaltung des ehemaligen Befestigungsringes.

Ausgehend von der positiven Resonanz und den umfassenden Ergebnissen des Beteiligungsverfahrens der jungen  „Stadtaktivisten“ in der Innenstadt wurde im Sommer 2016 gemeinsam mit dem Verein Jugend Architektur Stadt -
JAS e. V. ein weiterer Partizipationsprozess mit Schülern, Lehrern und weiteren Nutzern zur Planung eines Gemeinschaftsgebäudes im Schulzentrum Ochtrup durchgeführt.


Ochtrup 4US

Um den Bedürfnissen und Interessen der Kinder und Jugendlichen gerecht zu werden und um auch die jüngeren Bürger an das Thema Stadtgeschichte, Stadtentwicklung und Baukultur altersgemäß und handlungsorientiert heranzuführen, veranstaltete die Stadt thematische altersgetrennte Ideenwerkstätten für Kinder im Grundschulalter und für Jugendliche ab 12 Jahren. Diese wurden gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein Jugend Architektur Stadt (JAS e. V.) konzipiert und durchgeführt. Vertreter des Jugendparlamentes haben ebenfalls die Gelegenheit genutzt, an der Stadtentwicklung mitzuwirken.

Die zwei Workshops fanden Anfang 2016 in einem leerstehenden Ladenlokal mitten in der Fußgängerzone statt, in dem auch das Beteiligungsverfahren mit den „Erwachsenen“ zur Aufwertung der historischen Wallanlage durchgeführt wurde. So bestand auch außerhalb der Workshops die Gelegenheit sich über die Ideen und Anregungen der Teilnehmer zu informieren.

In zielgerichteten Erkundungen vor Ort haben die jungen „ Stadtaktivisten“ die Bestandsaufnahme und Auswertung der jetzigen Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsangebote für Kinder und Jugendliche in der Innenstadt durchgeführt. Anschließend haben sie sich mit dem Thema der historischen Wallanlage auseinandergesetzt, mit der Absicht, diese für ihre Altersgruppe zu entwickeln.

Dazu wurden verschiedene kreative Arbeitsmethoden und Präsentationsformen, sowie praktische Arbeiten in Form von Bildern und kleinen Modellen angewendet, um die Bedürfnisse und Wünsche jedes einzelnen Teilnehmers darzustellen. Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung präsentiert und mit der Öffentlichkeit diskutiert.

In einem weiteren Workshop haben sich die Kinder und Jugendlichen mit den vorher zusammengetragenen Beobachtungen über verschiedene Orte und den schon dargestellten Ideen und Aktivitäten auseinander gesetzt und Schritt für Schritt das Planungsgebiet eingegrenzt und ihre Ideen konkretisiert.

Eifrig und motiviert arbeiteten die Teilnehmer zu dieser Thematik und stellten zielstrebig und prägnant ihre Wünsche und Vorstellungen von einer abenteuerlichen, bewegungsfreudigen, aber auch „chilligen“ und ruhigen Innenstadt dar.

Eine rundum gelungene Ideenfindung und kreative Auseinandersetzung der jungen Bewohner mit ihrer Stadt, die allen Beteiligten große Freude und viel Spaß gemacht hat. Die konkreten und  detaillierten Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen und die gestalterische Qualität der Ideen beeindruckte nicht nur die Entscheidungsträger sondern auch die Öffentlichkeit. Die Ergebnisse der Workshops sind nun ein wichtiger Bestandteil in den weiteren Planungen zur gestalterischen Aufwertung der Wallanlage.

Mit dem letzten, noch ausstehenden, Workshop endet das Beteiligungsverfahren. Gemeinsam mit einem Landschaftsarchitekten sollen die Kinder und Jugendlichen die konkrete Ausgestaltung der Angebote innerhalb der Altstadt erarbeiten.

Die Realisierung der Maßnahme ist für 2017 geplant. Seit 2013 werden die Umsetzung der Maßnahmen und die Beteiligungsverfahren zur Aufwertung des Standortes im Rahmen des Programmes“ Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden“ finanziell unterstützt.

Die Dokumentation des bisherigen Beteiligungsverfahrens mit Kindern und Jugendlichen kann hier eingesehen werden.


Ansprechpartnerin:

Claudia Werremeier
Fachbereich III - Planen, Bauen, Umwelt

Tel.: 02553 73351
Email: claudia.werremeier@ochtrup.de / www.ochtrup.de

Die Fotos entstanden während der o. g. Veranstaltungen.
Bildrechte: © Jugend Architektur Stadt e. V.
www.jugend-architektur-stadt.de