Mitglieder > Mitglied im Fokus > Ibbenbüren

Ibbenbüren

Das Mittelzentrum Ibbenbüren liegt mit fast 55 000 Einwohnern im nördlichen Münsterland. Ibbenbüren bietet mit dem Teutoburger Wald einen vielseitigen Landschaftsraum. Münster und Osnabrück sind in 30 km erreichbar und Ibbenbüren ist über die A 30 in Richtung Osnabrück und Amsterdam angebunden. Ibbenbüren wird 1146 erstmals urkundlich erwähnt.

Ibbenbüren bietet gute Aussichten! Die Stadt engagiert sich zusammen mit angrenzenden Gemeinden in der sogenannten „Kohleregion“ und ergreift die Chancen gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, um dem anfallenden Strukturwandel entgegenzuwirken.

weiter zum Stadtprofil


Kohlekonversion

Potentialanalyse

Der Steinkohlebergbau in Ibbenbüren und in Mettingen wird Ende des Jahres 2018 auslaufen. Bereits im Jahr 2014 haben sie der Kreis Steinfurt und die Kommunen, Westerkappeln, Mettingen, Recke, Hopsten, Hörstel und Ibbenbüren auf Basis der Verbundenheit durch die Bergbautradition zur Kohleregion zusammengeschlossen.  Gemeinsam mit dem Kreis Steinfurt, der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH und der RAG Montan Immobilien GmbH, hat die Kohleregion eine  Potenzialanalyse auf den Weg gebracht. Die Potenzialanalyse ist die Grundlage für die Gestaltung des mit dem Ende des Steinkohlebergbaus verbundenen Strukturwandels und zeigt Szenarien für die Nachnutzung der Bergbauflächen auf. Mit der Potenzialanalyse wurden die Chancen der Konversionsstandorte und der gesamten Region ermittelt.

Diese umfassen die Schachtanlage von Oeynhausen in Ibbenbüren und den Standort am Nordschacht in Mettingen sowie die beiden Bergehalden Hopstener Straße und die Rudolfschachthalde, die sich auf dem Gebiet der Stadt Ibbenbüren befinden. Der gesamte Planungsprozess erfolgte unter aktiver Beteiligung der regionalen Akteure sowie der Bürger. Es wurden verschiedene Beteiligungsformate umgesetzt. Besonderes Gewicht hatten dabei die öffentlichen Regionalveranstaltungen sowie Website die www.guteaussichten.info mit Angeboten zur Online- Beteiligung der Bürger, Expertenworkshops.

Der Planungsprozess wird durch die Schnittstelle Kohlekonversion begleitet und gelenkt. Die Schnittstelle Kohlekonversion besitzt eine Scharnierfunktion zwischen den Kommunen und weiteren Akteuren Ein Entscheidungsgremium und ein Lenkungsausschuss begleiten kontinuierlich den Verlauf.

In der Kohleregion Ibbenbüren leben zusammen rund 111.000 Menschen leben. Das sind ein Viertel der Bevölkerung des Kreises Steinfurt. Von den rund 35.000 Beschäftigungsverhältnissen in dieser Region sind 43 Prozent in der Industrie und 56 Prozent in Dienstleistungsbereichen angesiedelt. Ein Prozent aller Beschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig. Die industriell geprägte Kohleregion weist eine breite wirtschaftliche Basis mit einer hohen Vielfalt an dynamischen, insbesondere kleinen und mittelständischen, Unternehmen auf. Seit 2008 sind hier mehr als 3.000 neue Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Besondere industrielle Stärken finden sich in der Nahrungsmittelindustrie, dem Maschinenbau und der Chemieindustrie. Neue Arbeitsplätze entstehen aber auch in Dienstleistungssektoren, beispielsweise in der Tourismuswirtschaft und im Gesundheitswesen. Damit sind die Marktbedingungen für die gewerbliche Nachnutzung von Teilen der Bergbauflächen, insbesondere durch kleine und mittelständische Unternehmen, für die Kohleregion als günstig einzuschätzen.

Die Schachtanlage von Oeynhausen und der Nordschacht sind besondere Standorte für die Kohleregion. Sie zeichnen sich durch ihre Größe aus, haben Geschichte, verkörpernTradition und sind Adressen, mit denen die Bürger der Region wirtschaftliche Stärke und Wohlstand verbinden. Im Konversionsprozess soll es gelingen, die Bergbaustandorte durch die Anpassung an die heutigen und zu erwartenden zukünftigen Rahmenbedingungen zu Standorten mit neuen Besonderheiten zu entwickeln, um so die regionale Entwicklung weiter zu stärken. In der Potenzialanalyse wurden hierfür erste Szenarien entwickelt.


 

 

 

Masterplan

Als nächster Schritt soll ein Masterplan erarbeitet werden, um die beiden Standorte, die Schachtanlage von Oeynhausen und den Nordschacht frühzeitig für Folgenutzungen vorzubereiten und die Szenarien zu konkretisieren. Ziel ist es, die Zechenstandorte als einen besonderen Motor für die Region in den Bereichen „Campus. Gewerbe. Tradition.“ auf der Schachtanlage von Oeynhausen und „Arbeiten. Wohnen. Natur.“ auf dem Areal Am Nordschacht zu qualifizieren. Bereits in der abgeschlossenen Potenzialanalyse wurden mit einer breiten Beteiligung der Bürger der Region und der Fachöffentlichkeit Begabungen und Chancen für die Entwicklung der Standorte aufgezeigt. Daran wird nun angeknüpft.


Zur Entwicklung eines Masterplans führt die Schnittstelle Kohlekonversion, als gemeinsame Einrichtung der Kohlekommunen, ein dialogorientiertes Planungsverfahren mit drei Planungsteams durch. Ziel des Verfahrens war es, städtebauliche und freiraumplanerische Ideen für die künftige Entwicklung der beiden Schachtanlagen von Oeynhausen und Am Nordschacht entwickeln und präsentieren zu lassen. Nach einer intensiven und ausführlichen Diskussion hat die Jury die entworfene Konzeption von „RMP Stephan Lenzen und Yellow Z Urbanism mit Gertz Gutsche Rümenapp“ besonders gewürdigt. Das Konzept mit der Überschrift „Schichtwechsel“  überzeugte vor allem durch die klare räumliche Struktur und der vorgeschlagenen Mischung unterschiedlicher Nutzungen. Insbesondere die Ausbildung von Adressen – also die Verknüpfung der beiden Schachtanlagen mit den umliegenden Stadt- und Landschaftsräumen als auch die Vernetzung der vorgeschlagenen Einrichtungen wurden besonders hervorgehoben.

Das vorliegende Konzept ist nun Grundlage für den in den nächsten Schritten zu erarbeitenden Masterplan. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wird der Masterplan bis Ende 2018 konkretisiert.